12.02.2020 Die digitale Abformung in der Zahnarztpraxis GOZ-Position 0065

Die sogenannte digitale Abformung, der digitale Workflow, bei dem Zahnersatz aus bestimmten Materialien wie z.B. Zirkonoxid oder Nichtedelmetall im zahntechnischen Labor oder auch in der Zahnarztpraxis mittels CAD/CAM-Technik gescannt und hergestellt wird, ist eine logische Konsequenz der Weiterentwicklung digitaler Techniken und inzwischen in vielen Praxen unverzichtbar.

Konventionelle Abformungen werden teilweise überflüssig, der Scanvorgang ermöglicht die Übertragung vom Mund des Patienten direkt in das Labor oder an das Fräszentrum und minimiert so Fehlerquellen. Unter der GOZ-Ziffer 0065 – „Optisch-elektronische Abformung einschließlich vorbereitender Maßnahmen, einfache digitale Bissregistrierung und Archivierung, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich“ – wurde für die digitale Abformung bei CAD/CAM-Versorgungen eine eigenständige Gebührenziffer aufgenommen. Sie kann sowohl beim Privatpatienten als auch beim GKV-Patienten in Ansatz gebracht werden.

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) kommentiert die GOZ-Nr. 0065:

„Die Leistung beschreibt die dreidimensionale Datenerfassung intraoraler Strukturen mittels optisch-elektronischer Apparaturen zum Zweck der Herstellung einer Restauration bzw. Rekonstruktion auf direktem oder auf indirektem Weg nach Herstellung eines CAD/CAM-Modells“. Die einfache Registrierung der Bissverhältnisse auf digitalem Weg ist nicht gesondert berechnungsfähig. Darüber hinausgehende Bissregistrierungen sind nicht inbegriffen. Die Leistung wird je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich berechnet und kann ggf. bis zu viermal je Sitzung anfallen.“

Die GOZ-Nr. 0065 ist im Durchschnitt (2,3-facher Satz) mit 10,35 € bewertet und kann einmal je Kieferhälfte/Frontzahnbereich berechnet werden. Beim GKV-Patienten muss diese Leistung auf dem
Blatt 2 des HKP aufgeführt sein.

Konventionelle Abformungen nach den Gebühren-Nummern 5170,5180,5190 GOZ sind im Sinne der Abrechnungsbestimmungen zur GOZ-Nr. 0065 nicht in der gleichen Sitzung berechnungsfähig.

Mit dieser GOZ-Nr. 0065 sind vorbereitende Maßnahmen wie etwa die Puderung der zu scannenden Oberfläche, die digitale Bissregistrierung, die elektronische Übermittlung und Archivierung der Daten abgegolten.

Die elektronische Auswertung und die Diagnose zur Planung sind nicht Bestandteil des intraoralen Scannens; die können daher nach §6 Abs. 1GOZ analog berechnet werden.

Da die Honorierung nach der GOZ 0065 mit 10,35 Euro im 2,3-fachen Faktor nicht angemessen ist, sollte dieser gemäß §5 der GOZ unter Berücksichtigung der individuellen Umstände bei der Behandlung gesteigert werden. Es ist zu empfehlen, mit dem Patienten eine Honorarvereinbarung nach §2 Abs. 1 und 2 abzuschließen, um so ein leistungsgerechtes Honorar zu erwirtschaften.

Die Berechnung der zahntechnischen Leistungen erfolgt auf der Grundlage des §9 GOZ. Die CAD/CAM-Leistungen können zum Beispiel auf der Grundlage der Bundeseinheitlichen Benennungsliste (BEB) 1997, der BEB Zahntechnik 2009 oder nach einer praxisindividuellen Laborliste mit entsprechender Kalkulation berechnet werden.